Kreisverband Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

Kein Surren der Heizung, kein Signal vom Handy ...

04.01.2026
Social Media Team
Lesedauer 3 Minuten
Kein Surren der Heizung, kein Signal vom Handy. Nur Dunkelheit, Kälte und das unheimliche Gefühl, dass etwas ganz Grundlegendes nicht mehr funktioniert. Die vertrauten Geräusche des Alltags, wie das Gluckern der Heizung, das Summen des Kühlschranks, verstummen. Wasserhähne bleiben trocken, Lichter bleiben aus. Draußen herrscht eine gespenstische Stille, nur ab und zu unterbrochen von den Lautsprecherdurchsagen der Polizei.

Menschen harren in ihren Wohnungen aus, wickeln Kinder in Decken, wärmen Wasser auf Campingkochern. Kerzen flackern. Einige wagen sich nicht mehr auf die Straße, zu groß die Angst vor Diebstählen, Überfällen, Plünderungen. In der Dunkelheit verschwinden die Grenzen zwischen Sicherheit und Bedrohung. Nur hi und da flackert eine Gaslaterne ... Es ist kein romantisches „Zurück ins Mittelalter“, sondern eine Rückkehr in eine Zeit, in der Wärme, Licht und Kommunikation nicht selbstverständlich sind. Es geht ums Überleben. Um jede Nacht, um jedes bisschen Wärme.

Seit Tagen sind in Berlin ganze Stadtteile ohne Strom, ein Zustand, der sich zu einer humanitären Notlage entwickelt. Vermutlich werden den letzten Berlinern erst Donnerstag wieder am Netz sein … Nach Angaben der Behörden sind aktuell immer noch rund 40.000 Haushalte betroffen, rund 100.000 Menschen ohne Heizung, Licht oder funktionierende Kommunikation. Schulen und Kitas bleiben geschlossen, Betriebe stehen still. Besonders Kranke, ältere Menschen und Familien mit kleinen Kindern kämpfen bei Minustemperaturen mit Kälte, Isolation und dem Leben ...

Was diesen massiven Stromausfall ausgelöst hat, ist kein technischer Defekt, sondern ein gezielter Terroranschlag. Ein Bekennerschreiben einer linksextremen Gruppierung tauchte im Internet auf ... Damit ist klar: Wir reden hier nicht über Zufall, sondern über einen Angriff auf die Lebensadern einer Großstadt … es ist das Werk fanatischer Krimineller. Es ist ein Angriff, der Menschen gefährdet, Existenzen bedroht und das Vertrauen in die Sicherheit unserer Infrastruktur erschüttert.

Diese Not, die Hilflosigkeit der Betroffenen, der Älteren, der Familien macht uns alle betroffen und viele stellen sich die Frage: Könnte so etwas auch bei uns passieren? Die Antwort lautet nüchtern: Ja, theoretisch jederzeit. Eine Störung großer Heizkraftwerke hätte unmittelbare Auswirkungen auf weite Teile des Umlands. Zwar gilt ein flächendeckender Blackout laut Netzbetreiber SachsenNetze HS.HD GmbH als unwahrscheinlich, doch gezielte Angriffe auf Hochspannungsanlagen oder Umspannwerke sind realistisch.

Bei einer Informationsveranstaltung des Landkreises in Pirna für die Bürgermeister und Kreisräte machten Vertreter von Katastrophenschutz, Energieversorgung und kommunalen Einrichtungen deutlich: Unsere Infrastruktur ist robuster, als viele denken, aber sie ist nicht unverwundbar.

Ab 2026 plant der Landkreis deswegen genau das, was Berlin weitestgehend fehlt: Untereinander vernetzte Katastrophenschutz-Leuchttürme, wie Rathäuser, Schulen, Sporthallen als dezentrale Festungen mit Notstrom, Funk, Ladestationen und Info-Terminals.

Doch Leuchttürme allein reichen nicht, Eigenvorsorge ist Pflicht. Das BBK empfiehlt beispielsweise: Lagern Sie 10 Tage pro Person 2 Liter Wasser täglich, haltbare Lebensmittel, Medikamente, Babynahrung, Tierfutter, Taschenlampen, Batterieradios. Denken Sie an Winterheizung, Ladegeräte, medizinische Geräte. Auch unser Landkreis versorgt nicht mit Lebensmittel. Sie müssen in der Krise für eine gewisse Zeit autark und mit ihrer Nachbarschaft gut vernetzt sein.

Berlin zeigt jedenfalls in diesen Tagen schonungslos, wie schnell der Ernstfall eintreten kann und wie schwerfällig Hilfe dort anläuft, wo sie am dringendsten gebraucht wird. Der großflächige Stromausfall ist ein Stresstest für das Krisenmanagement und ein ernüchterndes Beispiel dafür, wie Krisenbewältigung nicht funktionieren sollte.

Während Zehntausende Menschen in ihren dunklen, ungeheizten Wohnungen ausharrten, blieben die Informationen seitens des Senats lange teils vage und widersprüchlich. Die Kommunikation war über Stunden unkoordiniert, zentrale Internet- und Telefonkanäle überlastet oder gar nicht erreichbar. Bürger erfuhren aus sozialen Netzwerken oft mehr als aus offiziellen Quellen.

Diese Situation offenbart, wie dringend notwendig eine bundesweit einheitliche, dezentrale Krisenstruktur ist. Es ist ein Weckruf an alle Kommunen, insbesondere im ländlichen Raum: Vorbereitung muss jetzt so schnell wie möglich geschehen, nicht erst, wenn es dunkel wird.

www.morgenpost.de/berlin/article410837880/berlin-stromausfall-news-blackout-lichterfelde-nikolassee-zehlendorf-wannsee-polizei-feuerwehr.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://www.morgenpost.de/berlin/article410837880/berlin-stromausfall-news-blackout-lichterfelde-nikolassee-zehlendorf-wannsee-polizei-feuerwehr.html
https://fwsoe.de/aktuelles/informationsveranstaltungzurenergieversorgung



Dieser Beitrag erschien zuerst unter: https://fwsoe-ev.de/aktuelles/wenndaslichterlischt